DAS SCHACHSPIEL

Das Schachspiel mit der Hundeseele

Die Hundeausbildung soll und darf mit dem Spiel der Könige verglichen werden.

Nachdem ich meinen Spielpartner, seine Eigenheiten und seinen Charakter einzuschätzen versucht habe. Eröffne ich (oder vielleicht auch mein Spielpartner) das Spiel. Ja, Du hast richtig verstanden, es handelt sich nicht um einen Schachgegner, sondern um einen Spielpartner mit viel Intelligenz.

Genauso versteht es sich mit der Hundeausbildung denn, den dummen Hund gibt es nicht. Es gibt nur Hundeführer, die die Intelligenz des Tieres verkümmern lassen.

Also...das Spiel ist eröffnet...und es soll ein Spiel bleiben. Es gibt keinen Gegner sondern lediglich einen Spielpartner. Es gibt keinen Sieger und keinen Verlierer, sondern lediglich einen überlegenen oder einen unterlegenen Mitspieler. 

Insofern gibt es auch keinen absoluten Hundeführer und keinen untergeordneten Hund.

Gute Schachspieler können mehrere Spielzüge voraus denken, Gegenzüge rechtzeitig erkennen in Erwägung ziehen und darauf reagieren oder gar umgehen und parieren. Der Spielpartner ist gezwungen seine Hirntätigkeit zu aktivieren, zu versuchen mich mit einer neuen Spielvariante zu bedrängen. 

Insofern hat auch der Hundeführer Gelegenheit, Reaktionen des Vierbeiners zu erahnen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Der vierbeinige Freund ist aufgefordert, sich neue Gegenzüge auszudenken, Gegenzüge die mir erlauben, seine Spielvariante anzunehmen und möglicherweise zu meinen Gunsten zu nutzen. 

Ein Schachspiel, bei welchen stets die Figuren abgeräumt werden und lediglich auf Grund mangelnder Kampfkraft des Spielpartners gewonnen wird ist uninteressant, ja sogar langweilig und stumpft ab. Die Lust am Spiel vergeht. Zu guter Letzt ist mein Spielpartner nicht mehr bereit mit mir zu spielen. Es ist weitaus fantasievoller und für beide Seiten anregender, seinen Spielpartner auf subtile Art und Weise Schachmatt zu setzen.

Ein Hund, dem stets das Spielzeug enthalten wird und dem von mal zu mal die Herausforderung entzogen wird, resigniert ebenfalls. Er wird lustlos und verweigert zu guter Letzt die Arbeit welche eigentlich ein Spiel hätte sein sollen. 

Ist es nicht schöner, einem Spielpartner gegenüber zu sitzen, welcher seine Unterlegenheit verarbeiten kann und ein andermal dann wieder mit seiner Überlegenheit triumphieren darf ?

Ich bin sicher, dass dieser Spielpartner immer wieder zu einer Schachpartie bereit ist.

Meine Vierbeiner sind jedenfalls immer wieder bereit eine neue Herausforderung anzunehmen, was natürlich auch auf Gegenseitigkeit beruht.

Wir (meine Hunde und ich) sind ein Team (Spielpartner)... und haben einen Riesenspass daran....eben, waschechte Schachspieler der Kynologie.

Versuchs auch mal auf diese Weise...werde Schachspieler der Kynologie. Ich bin sicher, der Erfolg wird dir Recht geben.

Mumenthaler Max, März 2000